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9 Januar 2008

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 Januar 9, 2008
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(Und hier die lang erwartete Fortsetzung meines Kommentars zum Eintrag “Zeitmanagement” von Martina Roters. Diese Fortsetzung ist ein Beispiel für den “Zeigarnik-Effekt“, den sie in ihrem entsprechenden Beitrag beschrieben hat. Man kann ihn auch – wie aus Film und Fernsehen bekannt – “Cliffhanger” nennen. Sie machen “jemanden auf etwas heiß” und dann lassen Sie ihn hängen. Das ist etwas höchst Unerledigtes und brennt sich damit ins Gehirn ein. Wie z. B. das Ende von “Before Sunrise” mit Ethan Hawke und Julie Delpy – der Film gibt kein Ende vor, es hört einfach auf … und Ihr Gehirn dreht auf Hochtouren und überlegt sich, wie es weiter gehen könnte. So baut man Spannung auf. Aber zurück zu meinem Trick, wie ich wieder Spaß am und Zeit zum Arbeiten fand …)

Das einzige, was ich änderte: ich arbeite von morgens ca. 8.00 bis mittags um 13.00 Uhr an meinen Projekten und habe in dieser Zeit meine E-Mails und mein Telefon ausgeschaltet bzw. lasse es auf meinen AB weiter gehen.

EINFACH GÖTTLICH!

Nicht mehr der sehnsüchtige Blick auf den E-Mail-Eingang und das sofortige dienstleistungseifrige Beantworten von jeder Mail sofort und ohne Zögern. Nicht mehr das “Aus-einem-Projekt-heraus-gerissen-werden-und-sich-in-Sekundenbruchteilen-in-ein-anderes-Projekt-hineindenken-Müssen”, wie es sich fast jeden Tag mehrfach wiederholte. NEIN!

Ich bin es jetzt, der meine Zeit einteilt. Ich entscheide, wann ich eine Mail beantworte oder ans Telefon gehe. Ich habe meine (un)heimlichen Herrscher wieder an den Platz gestellt, der ihnen gebürt.

Früher ging es doch auch. Da war ein Brief mit einer Anfrage erst einmal drei Tage mit der Post unterwegs und dann habe ich innerhalb von ca. sechs bis sieben Tagen meine Antwort erhalten – wenn es schnell ging.

Als dann das Fax aufkam, reduzierte sich dieser Zyklus auf einen Zeitraum von einem Tag, höchstens zwei, innerhalb dessen man eine Antwort erwartete.

Und heute … E-Mail: hier erwartet man eine Geschwindigkeit wie am Telefon, innerhalb von Minuten möchte ich eine Antwort …

Ich mache da nicht mehr mit. Keiner meiner Kunden hat sich beschwert. Keiner meiner Kunden hat seinen Auftrag gekündigt oder möchte mit mir nicht mehr zusammen arbeiten.

Nein, eher noch anders herum. Jeder bewundert mich für diesen Schritt und sagt: “Hach, das würde ich auch gerne tun. Aber mein Geschäft läuft anders, ich kann das nicht machen.”

Diese Ausrede lasse ich nicht gelten. Probieren Sie es aus. Richten Sie Sprechzeiten ein. Schaffen Sie sich Freiräume. Ihre Kunden werden es Ihnen danken, denn Sie schaffen in der störungsfreien Zeit ein Vielfaches in einer besseren Qualität als vorher. Bei mir war das der Fall.

Und von der gesteigerten Freude an der Arbeit will ich erst gar nicht sprechen.

Wann haben Sie sich das letzte Mal so richtig tief in ein Projekt einarbeiten können, dass Sie erst abends gemerkt haben, das es schon Abend ist? Wann haben Sie das letzte Mal so richtig Spaß an der Arbeit gehabt?

Meine Lust an der Arbeit ist nun wieder da! Es macht mir richtig Spaß.

Also: richten Sie sich freie Arbeitszeit ein, in der Sie ungestört arbeiten können. Und wenn es auch nur zwei Stunden am Tag sind, in denen Sie Ihr Telefon und die E-Mails deaktivieren. Glauben Sie mir, in dieser Zeit stirbt niemand und kein Projekt wird an die Wand gefahren. Das hält auch jeder Kunde aus.

Sie glauben mir nicht? Gut so! Probieren Sie es erst aus. Ihre Kunden werden es Ihnen danken.

Herzliche Grüße und eine schöne Arbeitszeit

UHI

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